"Trainer, Trainer!", sagte der Mannschaftskapitän Petrus zu Jesus. "Nicht das nächste Spiel ist das schwerste, sondern die letzte Niederlage!" "So ist das halt im Fußball wie im Leben", mischte sich der Linksverteidiger Andreas ein, "wo Höhen sind, gibt es auch Tiefen. Und wo steht geschrieben, dass es immer nur nach oben geht?!"
"Hast du nicht gesagt: Der Glaube könne Berge versetzen?" konfrontierte Rechtsaußen Thomas seinen Trainer Jesus. Der saß ganz gelassen am Strand und zeichnete mit einem Stöckchen in den Sand. Vielleicht malte er die spielentscheidenden Szenen, um daraus taktische Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.
Philippus, dessen Wade bandagiert war, schüttelte nur den Kopf: "Wir haben hart gekämpft und alles gegeben, aber es hat einfach nicht gereicht." "Haben wir nicht an uns geglaubt?" warf Torhüter Jakobus ein, der das entscheidende Tor völlig chancenlos hinnehmen musste, "waren wir nicht von unserem Sieg im Vorhinein überzeugt!"
"Es hat nicht sollen sein", konterte Mittelfeldspieler Bartholomäus, der eine gelbe Karte davon trug, "wir haben an diesem Abend kein Tor geschossen, weil wir einen Tick langsamer im Denken und Laufen waren als unser Gegner."
"Jungs, ihr seid großartig gewesen!" gab ein sichtlich gerührter Trainer seiner Mannschaft zu verstehen. Mit großen Augen schauten seine Spieler Jesus erwartungsvoll an. "Ja, so schmerzlich diese Niederlage auch ist, so stark wird sie uns machen. Sie wird uns zusammen schweißen und wachsen lassen. Wir werden den Kopf nicht hängen lassen, sondern mit neuer Zuversicht besser denn je uns dem nächsten Spiel stellen."
© Kurt Rainer Klein